Stuttgarter Symphoniker und David Helfgott

Nach den berührenden Live-Konzerten entsteht nun der Konzertdokumentar-Film (ZDF/ARTE) und die Live-DVD mit vielen Bonus Tracks der Tour. Diese erscheint im Frühjahr 2013.

Die Stuttgarter Symphoniker unter der Leitung von Matthias Foremny bei Proben in der Bachakademie Stuttgart.

Minuten langes Standing Ovation – und das im ausverkauften Wiener Musikverein: Ein grandioser Auftakt der Europa-Tour von David Helfgott und den Stuttgarter Symphonikern war. Nach stehenden Ovationen in Kopenhagen, Wien (Musikverein), Dortmund (Konzerthaus) und Stuttgart (Liederhalle) fand nun im Leipziger Gewandhaus das letzte Deutschlandkonzert des australischen Starpianisten auf seiner diesjährigen Europa-Tour statt.

 

David Helfgott wurde mit dem Film „Shine" Ende der 90er Jahre weltberühmt. Schauspieler Geoffrey Rush erhielt für die Darstellung des Musikers einen Oscar. Im Film wird die wahre Geschichte desjungen Davids erzählt, der als Sohn jüdischer Einwanderer in Australien aufwuchs und eine schwierige Jugend mit dem strengen Vater verlebte. Nach einer großen Musikkarriere in jungen Jahren folgte die psychische Zusammenbruch Helfgotts. Nach vielen Jahren schaffte er es, die Musik wieder aufzunehmen und seinen Platz in der Gesellschaft zurückzuerobern. Seither wurde er mit zahlreichen Preisen für sein Schaffen als Musiker ausgezeichnet. Vor allem in seiner Heimat Australien genießt Helfgott höchste Anerkennung. 2004 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der University of Western Australia verliehen, zwei Jahre später wurde er als erster Musiker überhaupt im Australian Walk of Fame aufgenommen.

 

Mit der Tour fiel der Startschuss für das Ensemble der Stuttgarter Symphoniker®. Neu ist auch die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Matthias Foremny. Der „Preisträger des Dirigentenforums" des Deutschen Musikrats arbeitet seit vielen Jahren als ständiger Gast an der Deutschen Oper Berlin und an der Oper Leipzig. Der deutsche Konzertdirigent debütierte 2011 beim NDR-Sinfonieorchester Hamburg und ist in dieser Saison zudem bei den Warschauer Philharmonikern, der NDR Radio Philharmonie Hannover und beim Züricher Kammerorchester zu Gast.

 

David Helfgott

Als der australische Pianist David Helfgott 1997 anlässlich des Kino-Großerfolgs "Shine" zum ersten Mal in die Weltöffentlichkeit trat, geriet er in einen Medienstrudel, wie er nie um einen klassischen Musiker vorher entstanden ist. "Shine" zeigte die emotionsgeladene Lebensgeschichte des mittlerweile über 60-jährigen Klaviergenies, die schwierige Jugend mit dem strengen Vater, den psychischen Zusammenbruch, der sich allerdings in der Realität über einen weit längeren Zeitraum als im Film dargestellt abspielte und Davids Rückkehr ins Leben und auf die Bühne. Der Film zeigte einen Menschen, der nach langem stillem Leiden wieder ins Leben trat und mit Hilfe seiner Frau Gillian seinen Platz in der Gesellschaft zurückeroberte.

Lange wurde er von der Fachwelt als Eintagsfliege belächelt. Jetzt, 15 Jahre später ist der Name Helfgott ein fester Bestandteil der Musikszene geworden.

Queen Mum und David Helfgott 1968 in London.

Walter Schirnik, Intendant der Stuttgarter Symphoniker steht in einem freundschaftlichen Verhältnis zu David und Gillian und sieht als Veranstalter die kommende Tour als Herzenssache: "15 Jahre nach "Shine" wollen wir der Welt den besten David zeigen, den es je gab. Wir bespielen die bedeutendsten Konzerthallen Europas und zeichnen die Konzert-Tournee in Bild und Ton auf. Hollywoodregisseur Scott Hicks und Oscar-Preisträger Geoffrey Rush freuen sich bereits auf die Konzertereignisse (...)."

 

Mittlerweile ist David Helfgott einer der wenigen Pianisten, die es schaffen, ausserhalb eines Abonnement-Konzerts grosse Hallen zu füllen – z. B. 2006 die total ausverkaufte Tonhalle Zürich oder ein berstend volles Konzerthaus in Wien. Für seine Konzerte in der Schweiz und Österreich reisen die Fans von der ganzen Welt her an: Japan, Kanada, USA, GB, Deutschland und Schweden, um nur einige der Konzerttouristen zu nennen.

Wer mit offenen Ohren und vor allem mit offenem Herzen in ein Konzert mit dem australischen Pianisten geht, wird erleben was höchst selten überhaupt in einem Konzert gefunden werden kann. Helfgott umgarnt das Publikum mit seiner Musik, spielt sich direkt und ohne Umwege in deren Herzen und wird gefeiert wie ein Popstar. Er kennt keine Starallüren und sucht den intensiven Kontakt zu seinen Fans.

David Helfgott hat unterdessen unzählige Preise für sein Schaffen als Musiker erhalten. Auch wurden ihm der Ehrendoktortitel von der Edith Cowan University im australischen Perth für seine Verdienste und seinen unerschöpflichen Einsatz für die Musik verliehen und in seiner Heimatgemeinde wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet. Sein Leben, das nicht nur in der Musikgeschichte einen wichtigen Platz einnehmen wird, hat auch vielen Menschen mit ähnlichem Schicksal wieder Hoffnung gegeben, ihren Weg mit Kraft und Würde fortzusetzen.